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Preise 2025 & Ausblick: Licht am Ende des Tunnels für Biomethan im deutschen Kraftstoffsektor

Die Biomethanbranche im THG-Quoten-Markt blickt mal wieder auf ein turbulentes Jahr zurück. Nach einem massiven Preisverfall im Frühjahr, trotz des bereits relativ niedrigen Preisniveau zuvor, ging es über die Sommermonate und insbesondere im Herbst wieder nach oben. Die aktuellen 13 ct/kWh zum Jahresende haben nun zwar die Gemüter auf der Produzentenseite etwas beruhigt, der ganz große Spaß ist aber nach wie vor noch nicht ausgebrochen.

Grundlage der angegeben Preise:

  • Biomethan Proof-of-Sustainability & physischer Gasanteil
  • Basis -100 gCO2/MJ
  • Deutsche Produktion
  • Einspeisung in das deutsche Erdgasnetz

 

Q1, 2025

Im ersten Quartal 2025 bewegen sich die Biomethanpreise auf einem moderaten Niveau bei ca. 12,5 ct/kWh aufgrund der noch nachwirkenden Jahresverträge aus 2024. Dennoch sind schnell erste Abwärtstendenzen sichtbar. Es entstehen vermehrte Unsicherheiten aufgrund zunehmender Verdachtsfälle zweifelhafter Mengen an Biodieselimporte am Markt, die erste Preisdrucksignale erzeugen. Spätestens Ende Februar zeichnet sich ab, dass die THG-Quote im Verkehrssektor ungewöhnlich stark unter Druck ist. Dies wirkt sich direkt auf die Zahlungsbereitschaft für fortschrittliches Gülle/Mist Biomethan aus deutscher Produktion aus. Mit Preisen um die 10 ct/kWh und spürbarer Unsicherheit im Markt verabschiedet man sich schlussendlich in das zweite Quartal.

Q2, 2025

Die preisliche Talfahrt hält auch im zweiten Quartal bis zum Tiefpunkt von ungefähr 9,5 ct/kWh weiter an. Systematische Mehrfachzertifizierungen, große Mengen an HVO und FAME, die fälschlich als Abfallbasiert zertifiziert wurden und unzureichende Kontrollmechanismen führen zu Überangebot und Vertrauensverlust im Markt. Mit erster politischer Aufarbeitung und der Erwartung weiterer Maßnahmen stoppen Quotenverpflichtete große Importe. Hingegen steigt die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem und sicherem Biomethan aus Deutschland an. Zudem ist es den Produzenten nicht möglich bei derartigen Preisen nachhaltig zu produzieren. Wer somit aufgrund von vollem Bilanzkreis oder laufenden Kosten nicht verkaufen muss, zieht dies entsprechend auch nicht Erwägung.

Q3, 2025

Die beiden Entwicklungen aus dem zweiten Quartal führen zu weiteren Preissteigerungen in Q3. Viele Produzenten warten aufgrund der nach oben führenden Preisspirale mit dem Verkauf und setzen auf weiter steigende Preise, um mindestens kostendeckend zu produzieren. Ein Verkauf bei ungefähr 12 ct/kWh etabliert sich als grober Richtwert und wird im Laufe der Sommermonate nun immer häufiger aufgerufen. Parallel entwickeln sich die THG-Quotenpreise weiter positiv und knacken die 300 EUR/t für fortschrittlich, doppelt anrechenbare Zertifikate. Mit Erreichen des Richtwertes steigen die Handelsaktivitäten getrieben durch die Verkaufsbereitschaft auf der Produzentenseite. Der Marktpreis bleibt zunächst einige Wochen stabil auf diesem Niveau.

Q4, 2025

Die Spekulationen um die Verabschiedung des Entwurfs, rund um die Umsetzung der RED III in nationales Recht nehmen zunehmend Fahrt auf. Zudem werden wohl inhaltliche Diskussionen bspw. zu einer Verschiebung des Wegfalls der Doppelanrechnung im Rahmen der THG-Quote auf 2027 geführt. Parallel steigen die THG-Quotenpreise im Laufe des 4. Quartals auf über 400 EUR/t an. Haupttreiber ist teures HVO. Die Biomethanpreise ziehen in der Folge insbesondere im Oktober nochmals kräftig an und Erreichen 13 ct/kWh. Die Handelsaktivitäten auf der Produzentenseite steigen bei diesem Niveau im Jahresendspurt.

Ausblick, 2026

Eine gesicherte Vorhersage für die weiteren Preisverläufe für Biomethan im deutschen THG-Sektor kann wohl kein Marktteilnehmer aufzeigen. Dennoch ist ein gewisser Konsens bzgl. weiterer Preissteigerungen in 2026 gegeben. Es ist allerdings auch klar erkennbar, dass die Biomethanpreise nicht linear mit den THG-Quotenpreisen korrelieren. Das Bottleneck der durch Gas betriebenen Fahrzeuge bleibt bestehen wenngleich das Thema BioLNG im Schwerlastverkehr Fahrt aufnimmt. Große Preissteigerungen wie von einigen Marktteilnehmern erhofft, sind daher wohl vorerst eher unrealistisch, soll den aktuellen, vorsichtigen Optimismus aber nicht schmälern. Zudem könnten sich bereits in naher Zukunft weitere Absatzmärkte wie der Maritime Sektor auftun, die das Preisniveau des deutschen THG-Marktes erreichen und somit die Nachfrageseite ankurbeln.

 

 

*Die in diesem Artikel genannten Preise dienen ausschließlich Informationszwecken; eine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit oder daraus entstehende Schäden ist ausdrücklich ausgeschlossen.

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